Der Mensch ist das einzige Tier, das Wasser mehrere tausend Kilometer weit transportieren und dann verteilen kann. Der Mensch beherrscht die Erde, was unbedingt konstruktiv genutzt werden muss.
China
Dass wir sehr auf unseren Planeten aufpassen müssen ist ja nichts Neues. Dass die Desertifikation nicht nur, aber besonders auch in China enorm vorangeschritten ist, wissen sicher auch schon Viele. Dass das derzeitige chinesische Wirtschaftswunder zu einem sehr großen Teil auf Kosten der Umwelt geht ist auch bekannt. Laut WWF ist ein Drittel Chinas mit Sand bedeckt und China emittiert inzwischen mehr CO² als die USA. Es gibt aber auch in China Menschen, die gegen die voranschreitende Desertifikation Bäume pflanzen.
Als Teil des nationalen Programms zur Rettung der Umwelt muss irgendwann in seinem Leben jeder Chinese Bäume setzten. Dieses ambitionierteste Projekt des chinesischen Staats wird die Grüne Chinesische Mauer genannt. Ein Schutzwall aus Wäldern gegen die Wüste wurde hierfür die letzten 20 Jahre durch 14 Provinzen Nordchinas gepflanzt und somit Millionen von Hektar wieder begrünt.
Das seit 1978 laufende Programm wird von vielen Nationen, u.a. auch Deutschland, unterstützt.
Bestimmte Pflanzen haben sich als besonders widerstandsfähig gegen das rauhe Wüstenklima gezeigt und als nützlich gegen die Sandstürme und fortschreitende Desertifikation bewährt. Weide, Akazie, chinesische Kiefer und eine Zypressenart sind Spezialisten, die Sand, Kälte und Dürre ertragen und nicht so sehr von Kaninchen und Ziegen angefressen werden. Luzerne wird wegen ihrer stickstoffbindenden Wirkung als Gründüngung dazwischen gesät, wovon sich wieder andere Pflanzen und Gräser ernähren können.
Trotz der Bemühungen für Chinas Grüne Mauer hat die Häufigkeit der Sandstürme in Beijing seit den 1950ern um das 15-fache zugenommen.
Vorbild Afrika -
Das Green Belt Movement – Grüner Gürtel in Afrika
Wie schaut es aus in Afrika?
Die kenianische Professorin Wangari Maathai erhielt 2004 den Friedensnobelpreis als erste afrikanische Frau, nach dem sie bereits 1984 mit den Alternativen Nobelpreis für die Gründung der Bewegung Green Belt Movement im Jahr 1977 ausgezeichnet wurde.

Wangari Maathai, Umweltaktivistin, Nobelpreisträgerin und stellvertretende Ministerin für Umweltschutz in Kenia
„Was mich betrifft, so werde ich weiter Bäume pflanzen, insbesondere einheimische Arten, und wo möglich, werde ich Ideen pflanzen.“ (Dankesrede anläßlich der Verleihung des Petra-Kelly-Preises der Heinrich-Böll-Stiftung, 30. April 2004, boell.de).
Durch ihr Aufforstungsprojekt Green Belt Movement wurden mittlerweile alleine in Kenia 6000 Baumschulen gegründet und 30 Millionen Bäume zum Schutz vor Erosion und Sicherungen der Lebensgrundlagen der Bevölkerung gepflanzt. Training und Knowhow-Sharing führten bereits in 15 weiteren zentral- und ostafrikanischen Ländern zur Gründung von Baumpflanz-Initiativen.
„Mama Miti” (Kisuaheli für „Mutter der Bäume“) wie Maathai auch genannt wird, wurde in den 90ern mehrmals inhaftiert und misshandelt da sie sich durch Ihr Engagement für Umweltschutz und Frauenrechte oft in Opposition zum damaligen kenianischen Staatschef Daniel arap Moi befand. 2002 ernannte der neue kenianische Staatspräsident Mwai Kibaki die mittlerweile ins Parlament eingezogene Maathai zur stellvertretenden Ministerin für Umweltschutz in Kenia. So wird ihr nachgesagt, die erste „grüne“ Politikerin in einer afrikanischen Regierung gewesen zu sein.
Maathai ist u.a. auch Mitglied des Club of Rome. Die Website Ihrer Organisation Green Belt Movement ist hier zu finden.
(weitere Quellen: Wikipedia: Wangari Maathai; Spiegel Online; Wüsten im Vormarsch, Dokumentation von Klaus Feichtenberger & Ingo Herbst, D 2007. )