Vor einigen Tagen war ich auf einer Infoveranstaltung der solarhybrid AG (www.solarhybrid.ag). Das junge Unternehmen hat eine neuartige Solaranlage entwickelt, die gleichzeitig sowohl Strom als auch warmes Wasser erzeugt. Erreicht wurde das über eine simple Übereinanderlagerung der jeweiligen Schichten. Man kann sich eine solche Anlage als ein rechteckiges Gehäuse vorstellen, welches mit einer Glasplatte abgedeckt ist. Auf der Glasplatte sind die Photovoltaik-Zellen angebracht, aber so dass nicht die gesamte Glasfläche abgedeckt ist, sondern dazwischen noch Freiraum ist, wo die Sonnenstrahlen auf die unter der Glasplatte liegenden Solarzellen-Schicht für die Warmwasser-Gewinnung auftreffen. So wird also das Sonnenlicht aufgeteilt für Strom und Wasser, und beides wird so über einen einzigen „Kasten“ auf dem Dach erzeugt. Die Idee scheint hier eigentlich überhaupt nicht so besonders ausgeklügelt, trotzdem gibt es scheinbar bisher kein anderes Unternehmen, welches diese Kombination bisher derartig umgesetzt hat.
In den Werbebrochuren der Solarhybrid AG wird beschrieben, wie auf diese Weise das eintreffende Sonnenlicht ideal genutzt werden kann: Da das Lichtspektrum der Sonne unterschiedliche Wellenlängen gleichzeitig bereit stellt, können die Wellenlängen über diese Methode für die beiden Verwendungszwecke aufgeteilt werden: das sichtbare Lichtspektrum (Wellenlänge bis 700 Nanometer) wird von den Photovoltaik-Zellen (Strom) genutzt, das nicht sichtbare Spektrum (Infrarotes Licht, Wellenlänge über 700 Nanometer) wird für die Solarthermie (Warmwasser) genutzt.
Besonderheit des Systes der Solarhybrid AG: Der Thermogenerator
Mit dem Thermogenerator, welcher den 1821 von Thomas Seebeck entdeckten thermoelektrischen Effekt (auch ‘Seebeck-Effekt’) ausnutzt, wird die im Sommer erzeugte überschüssige Wäremeenergie, die nicht gleich genutzt wird, in Strom umgewandelt. Der Effekt wird schon in der russischen Raumfahrt zur Stromgewinnung verwendet und funktioniert schon ab 20 Kelvin Temperaturunterschied. Der Thermogenerator, der eine optionale Komponente der Solaranlagen von solarhybrid ist, wird voraussichtlich ab Ende 2008 lieferbar sein.
Die Solarhybrid AG ist ein von Tom Schröder inhabergeführtes Unternehmen mit 3 Mio. Euro Grundkapital. Auf der von mir besuchten Roadshow für interessierte Händler und Handwerker gab es neben einem prachtvollen Buffet auch einen Vortrag vom Solarpapst Dr. Franz Alt, der hier einen Artikel dazu verfasst hat.
Update: Wie mir nun verbal mitgeteilt wurde, findet derzeit eine Konzentration des Vertriebes und Änderung der Vertriebsstruktur der Solarhybrid AG statt. Der Vertrieb soll ausschließlich über exklusive Fachhandelspartner stattfinden. Des Weiteren verzögert sich die Markteinführung des Thermogenerators auf Anfang 2009. Ein Vergleich mit Konkurrenten in der Solar-/Photovoltaik-Branche bzgl. Preisen kann sich des Öfteren übrigens auch lohnen. Preise der Anlagen von Solarhybrid AG kann man u.a. hier erfahren.
