Rettet den Regenwald e.V. fordert EU Importverbot für illegal geschlagenes Holz aus Regenwäldern

Illegale Holzfabriken riesigen Ausmaßes mitten in Regenwald-Schutzgebieten. Skrupellose Händler, korrupte Politiker und Militärs auf höchsten Ebenen. Was die EU dagegen (nicht?) tut.

Der illegale Holzeinschlag in Regenwäldern wird nicht, wie manche sich das vielleicht vorstellen, von ein paar Urwaldindianern im Lendenschurz mit Macheten vorangetrieben, – sowas gibt es natürlich auch, ist aber doch eher tolerabel – sondern von weltumspannenden Möbelfirmen-Netzen und Korrupten Politikern und Militärs.

In Laos werden ganze Sägewerke illegal mitten in den unter Schutz stehenden Regenwald gebaut, von wo sich fortan ein nicht enden wollender Zug an Tieflader-LKWs belanden mit Urwaldriesen auf den Weg vorbei an skrupellosen Geschäftsherren in Indionesien und beschwindelten Zollbehörden an den EU-Grenzen in deutsche Möbelläden und Bauhäuser machen.

Trotz dass der Holzeinschlag in diesen Gebieten offiziell verboten ist, schaffen es die Inhaber der holzverarbeitenden Betriebe mit Leichtigkeit, die Regierungsbeamten und obersten Militärs in Laos zu bestechen und sich so ungehindert an den letzten verbliebenen Urwaldgebieten der Welt schamlos zu vergreifen.

Siehe hier ein 10-minütiges Video dazu vom SWR-Fernsehen.

Das Problem wird sein, dass die Holzfirmen wesentlich höhere „Löhne“ an die Militärs und Beamten zahlen als es die Regierung tut. Man müsste also a) deren Löhne für eine ordnungsgemäße Befolgung der vorhandenen Gesetze erhöhen, so dass die Befürchtung den Job zu verlieren aufgrund von unrechtmäßiger Machenschaften für sie gewichtiger ist als die hohen Bestechungsgelder der kriminellen Holzbarone. Oder b) die Gewinnmarge der kriminellen Holzbarone derart reduzieren, dass es sich für sie schlichtweg nicht mehr lohnt, illegal die bis zu 1000 Jahre alten Urwaldriesen zu fällen und einigartige Lebensvielfalt unwiederbringlich zu zerstören.

Gut wäre beides. Da wir aber auf a) wenig Einfluss haben, da dies von den Finanzen und der Regierungsführung vor Ort abhängt, bleibt uns nur b) übrig.

Um b) zu erreichen, müssen wir darauf verzichten – zu keinem Preis – dieses Holz anzukaufen, so dass die illegalen Holzbarone keinen Absatzmarkt mehr finden. Schon lange wird ein Importverbot solcher Hölzer auf Bundes- und EU-Ebene diskutiert. Ein von Deutschland bei der EU zur Absegnung eingereichter Gesetzesentwurf zur alleinigen deutschlandweiten Umsetzung ist untergegangen und weder bei der EU noch in Deutschland weiß man, wo der Entwurf verblieben ist.

Das ganze EU-weit umzusetzen wird schon lange – zu lange – diskutiert. Rennomierte Personen wie Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger Direktor des UN-Umweltprogrammes (UNEP) halten dieses Problem aktuell für äußerst dringenst.

Seit über 10 Jahren unterstütze ich nun schon den Verein Rettet den Regenwald e.V. mit einem kleinen monatlichen Obulus. Der Verein wurde übrigens von der Zeitschrift Öko-Test als einer unter drei mit der Note „sehr gut“ im Umgang mit Spendengeldern von insgesamt 19 getesteten Naturschutz-Vereinen hervorgehoben. Auf der Website von Rettet den Regenwald e.V. www.regenwald.org kann man eine E-Mail als Apell an die EU für ein Importverbot von illegal geschlagenem Regenwaldholz verschicken.

TV-Tipp: In der Reihe Auslandsreporter des SWR wird am 5.11.2008 um 22:30 Uhr die 30-minütige Reportage „Die Raubholz-Mafia – kriminelle Geschäfte mit dem Urwald“ gezeigt.