Despoten, Korruption, Diktatoren in Afrika

Cover Africa Positive Ausgabe 32/09

Africa Positive Ausgabe 32/09

Die Chefredakteurin der Zeitschrift AFRICA POSITIVE Veye Tatah schreibt im Editorial des aktuellen Heftes, dass sich Ghana mit der Wahl des neuen Präsidenten Prof. Atta Mills weiterhin als eine gefestigte Demokratie beweist. Sie stuft Ghana als ein Vorbild für Westafrika ein, wo noch die meisten Despoten des Kontinents herrschen. Sie schreibt weiter, dass das Präsidentenamt in vielen afrikanischen Ländern als persönlicher Besitz eingestuft wird oder gar als monarchisches System. Oft werden Oppositionelle durch Verhaftung oder gar Ermordungen unterdrückt. Einige der Länder mit mangelhafter Demokratie und exzessiver Vetternwirtschaft führt sie auf:

  • Burkina Faso: seit 21 Jahren regiert Blaise Campaore
  • Guinea: bis letztes Jahr regierte Lassana Konte das Land 22 Jahre lang, seitdem herrscht das Militär
  • Uganda: seit 22 Jahren regiert Yoweri Museveni, auch seinem Sohn hat er wichtige Ämter übergeben
  • Kamerun: seit 26 Jahren regiert Paul Biya
  • Simbabwe: seit 26 Jahren ist Robert Mugabe an der Macht
  • Ägypten: seit 27 Jahren regiert Husni Mubarak, dass sein Sohn seine Nachfolge antritt, gilt als wahrscheinlich
  • Äquatorial Guinea: seit 29 Jahren regiert Obiang Nguema, fast alle seine Kinder sind Minister
  • Togo: 38 Jahre lang regierte Gnasingbé Eyadema, sein Sohn übernahm anschließend das Amt
  • Gabun: seit 41 Jahren regiert Omar Bongo, auch seine Kinder haben wichtige Positionen im Land übernommen

Tatah schildert himmelschreiende Korruption am Beispiel Kamerun, wo der Vorsitzende der Associacion for the Defence of Collective Interest (ACDIC) Bernard Njonga brutal geschlagen und misshandelt wurde, weil er öffentlich Korruption und Unterschlagung von Hilfsgeldern anprangerte. 1,83 Millionen Euro sollen beispielsweise vom dortigen Ministerium für Landwirtschaft unterschlagen worden sein. Auch 49 von 60 Traktoren aus Indien wurden angeblich von Ministern und Regierungsbeamten einbehalten, berichten andere Medien. Einem Bericht zufolge sind 92% aller NGO’s in Kamerun von hohen Regierungsbeamten gegründet worden, um auf diesem Weg Entwicklungsgelder unterschlagen zu können. Tatah schreibt, den Kamerunern kann nur noch geholfen werden, wenn die Geldflüsse an die Regierung sofort gestoppt und gezielt an kirchliche oder zivilgesellschaftliche Organisationen geleitet werden. Die afrikanischen Volkswirtschaften zu entwickeln sei eher durch billige Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen möglich, als durch Hilfs- und Projektgelder an die Regierungen.

Quelle: Africa Positive Nr. 32/09, S. 3, 11.

Äthiopien unterzeichnet Vertrag für den größten Windpark im subsaharischen Afrika

Der Auftrag über 210 Millionen Euro wurde am 9. Oktober 2008 von dem Ethiopian Electric Power Corporation (EEPC) unterzeichnet und geht an den französischen Windturbinenhersteller Vergnet.

Nach 2,5 Jahren soll der Windpark 120 Megawatt durch 120 Turbinen mit jew. einem Megawatt Leistung poduzieren.

Da in Äthiopien die Energie für das Stromnetz hauptsächlich aus Wasserkraft erzeugt wird (derzeit zu 98%), unterliegt die Energieversorgung besonders in Dürreperioden starken Schwankungen. Auch die derzeitige Dürre verursacht sehr häufige Stromausfälle.
Der neue Windpark wird daher helfen können, diese Schwankungen in der Versorgung zu verringern.

Mit der Projektvollendung wird laut Meheret Debebe, Vorsitzender des EEPC, die äthiopische Energieversorung um weitere ca. 15% der derzeitigen Leistung ansteigen.

Das EEPC versorgt 1.4 Millionen Kunden mit Strom und hat insgesamt 814 Megawatt Energieerzeugungskapazität.

45 Millionen Euro für den Windpark wird von der vom französischen Staat getragenen Entwicklungs-Agentur AFD gestellt, welche 2/3 ihrer Mittel für Afrika investiert und u.a. die Verfolgung der Millenium Development Goals zum Ziel hat.

Quellen: Environmental News Network ENN, Greentech Media (Autor: Ucilia Wang), Wikipedia: AFD.

16.10. ist Welternährungstag (Welthungertag)

Der 16. Oktober ist Welternährungstag, auch Welthungertag genannt.

Am 16. Oktober 1945 wurde die FAO, die Food and Agriculture Organization of the United Nations mit der Aufgabe, die weltweite Ernährung sicherzustellen, als Sonderorganisation der UNO gegründet.

Dieses Jahr findet u.a. die Konferenz 34th Committee on World Food Security vom 14. bis zum 17. Oktober im FAO-Headquarter in Rom statt. Auch viele NGO’s nutzen den Tag, um auf die weltweiten Schwierigkeiten bei der ausreichenden Versorgung mit Nahrungsmitteln aufmerksam zu machen.

Weitere Informationen: Blog-News Welternährungstag 2008, Wikipedia-Eintrag