Desertec – das Super-Stromnetz und das langersehnte Ende der Atomenergie

Hier möchte ich zur aktuellen politischen Diskussion Auszüge aus einem Vortrag einbringen, den ich am 29.09.2008 in Karlsruhe besuchen konnte. Der Referent war Dr. Gregor Czisch, ein Spezialist im Themenbereich Erneuerbare Energien, der. u.a. auch für die Bundesregierung beratend tätig ist. Seine Promotion „Szenarien zur zukünftigen Stromversorgung – Kostenoptimierte Variationen zur Versorgung Europas und seiner Nachbarn mit Strom aus erneuerbaren Energien“ baute der Diplomphysiker und Dr. der Ingenieurswissenschaften sukzessive zu einer Vortragsreihe aus, die er, neben zahlreichen Veröffentlichungen und seiner Forschungstätigkeit an der Universität Kassel, noch heute der Öffentlichkeit präsentiert.

Bevor ich zum äußerst interessanten Kern der Thesen von Dr. Czisch komme, möchte ich anlehnend an seinen Vortrag eine kurze Einführung in die Thematik Alternativer Energien geben.

Der Klimawandel

Klimamodelle errechnen bis 2070 einen Rückgang des Niederschlags von bis zu 50%, bei einem jährlichen Anstieg des CO2-Ausstoßes um 1%.

Anstieg CO2-Ausstoß
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
1,0% 3,8% 4,4% 5,2% 3,5% 2,1% 2,8%

In einigen Ländern rechnet man schon mit bis zu 50% weniger Ernteerträgen bis 2020.

Ca. 40 % der weltweiten CO2-Emissionen werden durch Stromerzeugung hervorgerufen [Quelle]. Kohlekraftwerke sind dabei am schlimmsten, sie alleine bringen es schon auf 30% der weltweiten CO2-Emissionen.

weltkugel

Biomasse

Das ökologisch und sozial verträgliche Biomasse-Potential wird auf 200.000 TWh/Jahr eingeschätzt, womit man den gesamten Strombedarf decken könnte. Eine Schwierigkeit ist hier allerdings auch neben der komplizierten politisch notwendigen Reglementierung der geringe Wirkungsgrad von ca. 30 %. [Quelle: DREIER, T. (2000): Ganzheitliche Systemanalyse und globale Potenzialanalyse biogener Kraftstoffe. Dissertation TU-München,  E&M Verlag.]

Photovoltaik

In Deutschland erntet man hiermit im Dezember nur 5% der Strommenge von der im Juli. Der beste Platz mit den höchsten „Ernteerträgen“ hierfür wäre der Himalaya.

Wasserkraft mit Schlüsselrolle

Dr. Czisch erklärt, dass eine rein regenerative Stromversorgung für Europa möglich ist. Einer der Schlüssel dazu ist die Wasserkraft. Diese lässt sich wiederrum aufteilen in

  • Speicherwasserkraftwerke
  • Laufwasserkraftwerke

Die Speicherwasserkraftwerke können von besonderer Bedeutung werden, wenn es um die Frage der Zwischenspeicherung von Energie geht. Da die Erzeugung von Solar- und Windenergie stärker schwanken kann, muss man solche Speichermöglichkeiten zwischenschalten.

Gregor Czisch errechnete eine Nennleistung von 96 Gigawatt in Europa, die durch Speicherwasserkraftwerke  zur Verfügung gestellt werden kann. Dies entspricht einer jährlichen Stromversorgung von ca. 275 TWh, was ca. der Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland entspricht [Quelle].
Weltweit sind 750 GW Nennleistung an Wasserkraftwerken zur jährlichen Stromerzeugung von 2500 TWh installiert. Das Potential der Wasserkraft liegt zudem noch weit darüber [vgl. Prof. Dr. Hans-Burkhard Horlacher: Globale Potenziale der Wasserkraft]. Gründe, warum bspw. auch die Weltbank Projekte in Afrika zur Förderung der Wasserkraft finanziert und sich derzeit weltweit Anlagen mit weiteren insgesamt 289 GW  in Planungsphase befinden.

Solarthermische Kraftwerke

Günstigster Standort hierfür sind die Wüsten. Allein die Sahara könnte hiermit 700 x den Strombedarf der EU decken. Unser derzeitiges weltweites Stromnetz ist aber nicht in der Lage, derartige Strommengen über mehrere Länder hinweg zu transportieren. Am besten geeignet hierfür ist eine Hochspannungsgleichstrom-Übertragung (HGÜ).

Und jetzt zur Kernaussage dieses Aufsatzes =>

Es erscheint wirtschaftlich für uns, in Mauretanien solarthermisch Strom zu erzeugen unter Nutzung neuer Möglichkeiten wie Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) und neuester Speichertechnologien.

weltherz

Windkraft

Auch die Windkraft (Schleßwig-Holstein kann seines 40% des Strombedarfs damit decken) kann gute Ausgleichsmöglichkeiten in einem international verbundenen Stromnetz schaffen. In Afrika gibt es mehr Wind im Sommer, in Europa gibt es mehr Wind im Winter. Ägypten ist dabei einer der besten Standorte für Windkraftanlagen.

Alternative Energien billiger als heutiger Strompreis

Herr Dr. Czisch stellte ein Modell auf, in welches heutige Technologien und Kosten einflossen. In seinem Szenario wurden keine fossilen Energieträger zur Stromerzeugung verwendet. Nach linearer Optimierung aller Faktoren landete er bei einer Stromerzeugung von 70% aus Windkraft. Zur Regelung der Schwankungen waren vorgesehen Biomasse mit hohem Wirkungsgrad, Wasserspeicher und etwas Solarenergie. Nach Berücksichtigung aller Transport- und Speicherungskosten und der Transportverluste kam er auf einen kWh-Preis von 4,6 Cent. Für die EU & Norwegen würde man damit auf Ausgaben von jährlich 1,1% des BIP kommen. Die heutigen Ausgaben dieser Region für Strom liegen bei über 2%.

Über die Frage, was die Entwicklungsperspektiven z.B. für Marokko sind, wenn es 10% des EU-Stromverbrauchs exportiert, kann man man sich noch mehr begeistern.

Es gibt allerdings auch einige Netzengpässe in den Netzen innerhalb Europas, weswegen auch hier der NEtzausbau notwendig ist. Am Ende könnten die Stromkosten aber unter den heutigen liegen und die Energiequellen zu 100% regenerativ.

Anfängliche Ablehnung der Energiekonzerne

Hr. Dr. Czisch berichtete, wie er über Jahre hinweg mit seinen Analysen und Berechnungen der alternativen Szenarien bei Einergiekonzernen vorstellig wurde, diese ihn aber teilweise ganz unverblümt die kalte Schulter zeigten.

So wie die EdF, die das für technisch machbar hielten, aber auf schwieriges politisches Tauziehen verwiesen. Die E.ON oder RWE, die eher an kurzfristigen Betrachtungsweisen, dem Bauen neuer Atomkraftwerke interessiert waren.

Hohe Eigenkapitalrendite der Energiekonzerne behindern zudem Wirtschaftlichkeit für den Stromabnehmer

Wir brauchen ein HGÜ-Supergrid zur Verbindung zwischen Nordafrika und der EU. Das Know-How hierfür wäre sehr einfach in der Energie-Industrie zu finden. Die notwendigen Investitionen hierfür sind aber zwiespältig zu beurteilen. Wenn man eine – oft übliche – Eingenkapitalrendite für die Investoren von z.B. 20% mit einkalkulieren muss, kann der Strompreis unterm Strich wieder teurer, und somit das ganze Projekt unwirtschaftlicher werden. Die Politik ist daher aufgerufen, Finanzierungsinstrumente zur Verfügung zu Stellen. Denn nur wenn der Staat ohne Renditeanspruch investiert, kommt Dr. Czisch auf die 4,6 Cent pro kWh.

Der Neffe des ermordeten John F. Kennedy, Robert F. Kennedy, Jr, und der ehem. Vizepräsident Al Gore plädieren übrigens beide für ein HGÜ („DC-Supergrid“) in den USA.

CO2-Ausstoß

Umweltbundesamt fordert Abbau von 42 Mrd. Euro Subventionen die die deutschen Umweltschutzbemühungen konterkarieren

Die neue Studie des Umweltbundesamtes mit dem Titel „Umweltschädliche Subventionen in Deutschland“ beschreibt eine Palette von vom deutschen Staat gewährten Subventionen, welche den deutschen Klima-, Wasser-, Boden- und Luftschutzmaßnahmen entgegenwirken.

Wenn wir heute nicht gegensteuern, müssen wir morgen um so mehr zur Wiedergutmachung der externen Effekte vieler Subventionen unternehmen, erörtert Prof. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes.

Der Abbau von verschiedenen Subventionen in den untersuchten Bereichen Energie, Verkehr, Bauwesen und Landwirtschaft würden sowohl die Umwelt als auch die Staatskassen schonen und somit mehr Mittel für Themen wie Bildung oder schlicht Steuersenkungen freisetzen. Auch die langfristigen Belastungen des Gesundheitssystems würden mit einer Verringerung der Umweltbelastung reduziert werden.

Als Beispiele für umweltschädliche Subventionen werden genannt: die Energiesteuer-Ermäßigungen für das Produzierende Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft, wodurch Anreize der Betriebe zum eigenständigen Energiesparen verringert werden. Auch die Befreiung des gewerblichen Flugverkehrs von der Kerosinsteuer, wodurch dieser einen wettbewerbsverzerrenden Vorteil gegenüber den umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln (z.B. Bahn) erlangt, wird als kontraproduktiv erwähnt. Treibhausgasemissionen des Flugverkehrs sind wegen der Höhe 2- bis 5-fach klimaschädlicher als bodennahe Emissionen.

Ein ausfühlicher Artikel hierzu: Umweltjournalist Franz Alt
Weitere Quellen: Umweltbundesamt

Rettet den Regenwald e.V. fordert EU Importverbot für illegal geschlagenes Holz aus Regenwäldern

Illegale Holzfabriken riesigen Ausmaßes mitten in Regenwald-Schutzgebieten. Skrupellose Händler, korrupte Politiker und Militärs auf höchsten Ebenen. Was die EU dagegen (nicht?) tut.

Der illegale Holzeinschlag in Regenwäldern wird nicht, wie manche sich das vielleicht vorstellen, von ein paar Urwaldindianern im Lendenschurz mit Macheten vorangetrieben, – sowas gibt es natürlich auch, ist aber doch eher tolerabel – sondern von weltumspannenden Möbelfirmen-Netzen und Korrupten Politikern und Militärs.

In Laos werden ganze Sägewerke illegal mitten in den unter Schutz stehenden Regenwald gebaut, von wo sich fortan ein nicht enden wollender Zug an Tieflader-LKWs belanden mit Urwaldriesen auf den Weg vorbei an skrupellosen Geschäftsherren in Indionesien und beschwindelten Zollbehörden an den EU-Grenzen in deutsche Möbelläden und Bauhäuser machen.

Trotz dass der Holzeinschlag in diesen Gebieten offiziell verboten ist, schaffen es die Inhaber der holzverarbeitenden Betriebe mit Leichtigkeit, die Regierungsbeamten und obersten Militärs in Laos zu bestechen und sich so ungehindert an den letzten verbliebenen Urwaldgebieten der Welt schamlos zu vergreifen.

Siehe hier ein 10-minütiges Video dazu vom SWR-Fernsehen.

Das Problem wird sein, dass die Holzfirmen wesentlich höhere „Löhne“ an die Militärs und Beamten zahlen als es die Regierung tut. Man müsste also a) deren Löhne für eine ordnungsgemäße Befolgung der vorhandenen Gesetze erhöhen, so dass die Befürchtung den Job zu verlieren aufgrund von unrechtmäßiger Machenschaften für sie gewichtiger ist als die hohen Bestechungsgelder der kriminellen Holzbarone. Oder b) die Gewinnmarge der kriminellen Holzbarone derart reduzieren, dass es sich für sie schlichtweg nicht mehr lohnt, illegal die bis zu 1000 Jahre alten Urwaldriesen zu fällen und einigartige Lebensvielfalt unwiederbringlich zu zerstören.

Gut wäre beides. Da wir aber auf a) wenig Einfluss haben, da dies von den Finanzen und der Regierungsführung vor Ort abhängt, bleibt uns nur b) übrig.

Um b) zu erreichen, müssen wir darauf verzichten – zu keinem Preis – dieses Holz anzukaufen, so dass die illegalen Holzbarone keinen Absatzmarkt mehr finden. Schon lange wird ein Importverbot solcher Hölzer auf Bundes- und EU-Ebene diskutiert. Ein von Deutschland bei der EU zur Absegnung eingereichter Gesetzesentwurf zur alleinigen deutschlandweiten Umsetzung ist untergegangen und weder bei der EU noch in Deutschland weiß man, wo der Entwurf verblieben ist.

Das ganze EU-weit umzusetzen wird schon lange – zu lange – diskutiert. Rennomierte Personen wie Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger Direktor des UN-Umweltprogrammes (UNEP) halten dieses Problem aktuell für äußerst dringenst.

Seit über 10 Jahren unterstütze ich nun schon den Verein Rettet den Regenwald e.V. mit einem kleinen monatlichen Obulus. Der Verein wurde übrigens von der Zeitschrift Öko-Test als einer unter drei mit der Note „sehr gut“ im Umgang mit Spendengeldern von insgesamt 19 getesteten Naturschutz-Vereinen hervorgehoben. Auf der Website von Rettet den Regenwald e.V. www.regenwald.org kann man eine E-Mail als Apell an die EU für ein Importverbot von illegal geschlagenem Regenwaldholz verschicken.

TV-Tipp: In der Reihe Auslandsreporter des SWR wird am 5.11.2008 um 22:30 Uhr die 30-minütige Reportage „Die Raubholz-Mafia – kriminelle Geschäfte mit dem Urwald“ gezeigt.

Äthiopien unterzeichnet Vertrag für den größten Windpark im subsaharischen Afrika

Der Auftrag über 210 Millionen Euro wurde am 9. Oktober 2008 von dem Ethiopian Electric Power Corporation (EEPC) unterzeichnet und geht an den französischen Windturbinenhersteller Vergnet.

Nach 2,5 Jahren soll der Windpark 120 Megawatt durch 120 Turbinen mit jew. einem Megawatt Leistung poduzieren.

Da in Äthiopien die Energie für das Stromnetz hauptsächlich aus Wasserkraft erzeugt wird (derzeit zu 98%), unterliegt die Energieversorgung besonders in Dürreperioden starken Schwankungen. Auch die derzeitige Dürre verursacht sehr häufige Stromausfälle.
Der neue Windpark wird daher helfen können, diese Schwankungen in der Versorgung zu verringern.

Mit der Projektvollendung wird laut Meheret Debebe, Vorsitzender des EEPC, die äthiopische Energieversorung um weitere ca. 15% der derzeitigen Leistung ansteigen.

Das EEPC versorgt 1.4 Millionen Kunden mit Strom und hat insgesamt 814 Megawatt Energieerzeugungskapazität.

45 Millionen Euro für den Windpark wird von der vom französischen Staat getragenen Entwicklungs-Agentur AFD gestellt, welche 2/3 ihrer Mittel für Afrika investiert und u.a. die Verfolgung der Millenium Development Goals zum Ziel hat.

Quellen: Environmental News Network ENN, Greentech Media (Autor: Ucilia Wang), Wikipedia: AFD.

Desertifikation – Der Mensch beherrscht die Erde

Der Mensch ist das einzige Tier, das Wasser mehrere tausend Kilometer weit transportieren und dann verteilen kann. Der Mensch beherrscht die Erde, was unbedingt konstruktiv genutzt werden muss.


China

Dass wir sehr auf unseren Planeten aufpassen müssen ist ja nichts Neues. Dass die Desertifikation nicht nur, aber besonders auch in China enorm vorangeschritten ist, wissen sicher auch schon Viele. Dass das derzeitige chinesische Wirtschaftswunder zu einem sehr großen Teil auf Kosten der Umwelt geht ist auch bekannt. Laut WWF ist ein Drittel Chinas mit Sand bedeckt und China emittiert inzwischen mehr CO² als die USA. Es gibt aber auch in China Menschen, die gegen die voranschreitende Desertifikation Bäume pflanzen.

Als Teil des nationalen Programms zur Rettung der Umwelt muss irgendwann in seinem Leben jeder Chinese Bäume setzten. Dieses ambitionierteste Projekt des chinesischen Staats wird die Grüne Chinesische Mauer genannt. Ein Schutzwall aus Wäldern gegen die Wüste wurde hierfür die letzten 20 Jahre durch 14 Provinzen Nordchinas gepflanzt und somit Millionen von Hektar wieder begrünt.
Das seit 1978 laufende Programm wird von vielen Nationen, u.a. auch Deutschland, unterstützt.

Bestimmte Pflanzen haben sich als besonders widerstandsfähig gegen das rauhe Wüstenklima gezeigt und als nützlich gegen die Sandstürme und fortschreitende Desertifikation bewährt. Weide, Akazie, chinesische Kiefer und eine Zypressenart sind Spezialisten, die Sand, Kälte und Dürre ertragen und nicht so sehr von Kaninchen und Ziegen angefressen werden. Luzerne wird wegen ihrer stickstoffbindenden Wirkung als Gründüngung dazwischen gesät, wovon sich wieder andere Pflanzen und Gräser ernähren können.

Trotz der Bemühungen für Chinas Grüne Mauer hat die Häufigkeit der Sandstürme in Beijing seit den 1950ern um das 15-fache zugenommen.

Vorbild Afrika -
Das Green Belt Movement – Grüner Gürtel in Afrika

Wie schaut es aus in Afrika?
Die kenianische Professorin Wangari Maathai erhielt 2004 den Friedensnobelpreis als erste afrikanische Frau, nach dem sie bereits 1984 mit den Alternativen Nobelpreis für die Gründung der Bewegung Green Belt Movement im Jahr 1977 ausgezeichnet wurde.

Wangari Maathai

Wangari Maathai, Umweltaktivistin, Nobelpreisträgerin und stellvertretende Ministerin für Umweltschutz in Kenia

„Was mich betrifft, so werde ich weiter Bäume pflanzen, insbesondere einheimische Arten, und wo möglich, werde ich Ideen pflanzen.“ (Dankesrede anläßlich der Verleihung des Petra-Kelly-Preises der Heinrich-Böll-Stiftung, 30. April 2004, boell.de).

Durch ihr Aufforstungsprojekt Green Belt Movement wurden mittlerweile alleine in Kenia 6000 Baumschulen gegründet und 30 Millionen Bäume zum Schutz vor Erosion und Sicherungen der Lebensgrundlagen der Bevölkerung gepflanzt. Training und Knowhow-Sharing führten bereits in 15 weiteren zentral- und ostafrikanischen Ländern zur Gründung von Baumpflanz-Initiativen.
„Mama Miti” (Kisuaheli für „Mutter der Bäume“) wie Maathai auch genannt wird, wurde in den 90ern mehrmals inhaftiert und misshandelt da sie sich durch Ihr Engagement für Umweltschutz und Frauenrechte oft in Opposition zum damaligen kenianischen Staatschef Daniel arap Moi befand. 2002 ernannte der neue kenianische Staatspräsident Mwai Kibaki die mittlerweile ins Parlament eingezogene Maathai zur stellvertretenden Ministerin für Umweltschutz in Kenia. So wird ihr nachgesagt, die erste „grüne“ Politikerin in einer afrikanischen Regierung gewesen zu sein.

Maathai ist u.a. auch Mitglied des Club of Rome. Die Website Ihrer Organisation Green Belt Movement ist hier zu finden.

(weitere Quellen: Wikipedia: Wangari Maathai; Spiegel Online; Wüsten im Vormarsch, Dokumentation von Klaus Feichtenberger & Ingo Herbst, D 2007. )

Öko 2.0 – LOHAS und die Bio-Revolution

Öko 2.0 T-Shirt by Karmakonsum.de

Öko 2.0 T-Shirt by Karmakonsum.de/shirts

Unter karmakonsum.de kann man sich über LOHAS – den Lifestyle of Health and Sustainability informieren. Für einen ökologischen Aufruf bemerkenswert wenig aufdringlich hinterlässt Karmakonsum eher den Eindruck einer entspannten Öko-Bewegung.

Von den beiden Blogbetreibern und Mitarbeitern des Naturtextilien-Anbieters Hess Natur gibt es auf der Website sehr coole T-Shirts aus 100% Bio-Baumwolle wie das hier zu ergattern:

Aufmerksam geworden bin ich auf karmakonsum.de übrigens über einen mindestens genau so coolen Rap-Videoclip, der quasi als Hymne dient.

Der Text mit revolutionärem Charakter dazu ist einfach genial mit Passagen wie „Wir verlangen heute Transparenz und Offenheit„, „wir wollen einfach wissen wer mit uns sein Geld macht“ oder
Denn wir werden das ernten was wir jetzt säen„.

Rappen tun das übrigens Substight, Betreiber der ebenfalls zum Thema passenden Blogs  konsumguerilla.net.

Ach ja, der gesamte Text kann hier nachgelesen werden. (Man kann sich von Substight auch einen eigenen Rap erstellen lassen.)

Hört hier den Track an:

LOHAS – den Lifestyle of Health and Sustainability

Bio-Food: Discounter und Gesundheit!

Also ich kaufe meistens Bio-Essen ein. Nur wenn ich total Pleite bin, weiche ich dann auf Penny & Co aus. (Kommt leider schon manchmal vor). Aber auch da ziehts mich schon oft zu den Bio Artikeln, die dort allerdings leider meist auch nicht billiger sind als in gut sortierten Naturkost-Läden.
Man konnte ja feststellen, dass Bio-Lebensmittel in den Supermärkten nach einigen Jahren eher eingeschränkter Präsenz und Nachfrage inzwischen doch ziemlich gut in fast allen Discountern zu finden sind. Früher war das Problem, das leider auch heute noch manchmal auftritt, noch viel schlimmer: Die Bio-Artikel in „normalen“ Supermärkten waren oft nicht mehr gut, man konnte durch die Packung Schimmel etc. sehen und daran gut den geringen Absatz dieser Produkte in den Discountern verfolgen. Na, zum Glück hat sich das wenigstens etwas gebessert inzwischen, vermutlich wegen erhöhter Bio-Nachfrage auch in diesen Geschäften. Wobei ich eigentlich immer noch am liebsten in meinen Bioladen mit seinen 10.000 Spezialitäten gehe, von denen ein Nicht-Bio-Konsument oft noch nie gehört hat.
Ja, bei mir verbindet sich der Bio-Konsum auch, wie wahrscheinlich bei vielen Leuten mit ähnlicher Nachfragestruktur, mit Vegetarismus. Ich bin jetzt seit 12 Jahren Vegetarier, war 4 Jahre davon sogar Veganer…
Naja, aber dass „Bio“ nicht immer auch „Gesund“ heißt, und die Kalkulation, man bräuchte sich nur mit Bio ernähren und sei/werde gesund… dass das eine große Selbsttäuschung ist, sollte jedem bewusst sein…
Auch ich habe, z.B. besonders in meiner veganen Phase, das am eigenen Leib gespürt… Man muss trotz „Bio“ und „Vegetarismus“ genau so, bei Veganismus sogar noch mehr, auf eine ausgewogene Ernährung achten. Tofu allein ist da auch kein Allheilmittel…

Atomkraftwerke – YouTube Video – Lach mal wieder !!!

Huahaha, folgendes Video hab ich gerade auf konsumguerilla.net gefunden. Diese Website ist übrigens n Superblog zu umweltrelevanten Themen im Konsumgüterbereich.

Vermietung von Dachflächen für Solaranlagen

Derzeit gibt es scheinbar mehrere Unternehmen, die für die Bereitstellung von Dachflächen zur Installation einer Solaranlage Dächer „mieten“. Man stellt also sein Dach für 20 oder 30 Jahre zur Verfügung und bekommt dafür regelmäßig gewisse Einkünfte. Wer Interesse an sowas hat, kann es mal bei einem Handwerker seiner Wahl, der mit Solaranlagen Erfahrung hat, versuchen danach zu fragen. Was hier allerdings eine Rolle spielt, ist die Größe der verfügbaren Dachfläche (je größer, desto wirtschaftlicher für das Solarunternehmen, die Fläche anzumieten; gut: min. 250 qm), die Ausrichtung (sollte gen Süden sein) und die Neigung (gut: >12 Grad).

Aufgrund der staatlichen Einspeise-Vergütung scheint das eine attraktive neue Anlageform für Investoren zu sein. Also: Viel Erfolg!!

Photovoltaik-Module

Photovoltaik-Module

solarhybrid AG – neuartige Solarpanels – Kombination von Photovoltaik und Warmwasser

Vor einigen Tagen war ich auf einer Infoveranstaltung der solarhybrid AG (www.solarhybrid.ag). Das junge Unternehmen hat eine neuartige Solaranlage entwickelt, die gleichzeitig sowohl Strom als auch warmes Wasser erzeugt. Erreicht wurde das über eine simple Übereinanderlagerung der jeweiligen Schichten. Man kann sich eine solche Anlage als ein rechteckiges Gehäuse vorstellen, welches mit einer Glasplatte abgedeckt ist. Auf der Glasplatte sind die Photovoltaik-Zellen angebracht, aber so dass nicht die gesamte Glasfläche abgedeckt ist, sondern dazwischen noch Freiraum ist, wo die Sonnenstrahlen auf die unter der Glasplatte liegenden Solarzellen-Schicht für die Warmwasser-Gewinnung auftreffen. So wird also das Sonnenlicht aufgeteilt für Strom und Wasser, und beides wird so über einen einzigen „Kasten“ auf dem Dach erzeugt. Die Idee scheint hier eigentlich überhaupt nicht so besonders ausgeklügelt, trotzdem gibt es scheinbar bisher kein anderes Unternehmen, welches diese Kombination bisher derartig umgesetzt hat.

Truck mit Photovoltaik-Modulen

Truck mit Photovoltaik-Modulen

In den Werbebrochuren der Solarhybrid AG wird beschrieben, wie auf diese Weise das eintreffende Sonnenlicht ideal genutzt werden kann: Da das Lichtspektrum der Sonne unterschiedliche Wellenlängen gleichzeitig bereit stellt, können die Wellenlängen über diese Methode für die beiden Verwendungszwecke aufgeteilt werden: das sichtbare Lichtspektrum (Wellenlänge bis 700 Nanometer) wird von den Photovoltaik-Zellen (Strom) genutzt, das nicht sichtbare Spektrum (Infrarotes Licht, Wellenlänge über 700 Nanometer) wird für die Solarthermie (Warmwasser) genutzt.

Besonderheit des Systes der Solarhybrid AG: Der Thermogenerator

Mit dem Thermogenerator, welcher den 1821 von Thomas Seebeck entdeckten thermoelektrischen Effekt (auch ‘Seebeck-Effekt’) ausnutzt, wird die im Sommer erzeugte überschüssige Wäremeenergie, die nicht gleich genutzt wird, in Strom umgewandelt. Der Effekt wird schon in der russischen Raumfahrt zur Stromgewinnung verwendet und funktioniert schon ab 20 Kelvin Temperaturunterschied. Der Thermogenerator, der eine optionale Komponente der Solaranlagen von solarhybrid ist, wird voraussichtlich ab Ende 2008 lieferbar sein.

Die Solarhybrid AG ist ein von Tom Schröder inhabergeführtes Unternehmen mit 3 Mio. Euro Grundkapital. Auf der von mir besuchten Roadshow für interessierte Händler und Handwerker gab es neben einem prachtvollen Buffet auch einen Vortrag vom Solarpapst Dr. Franz Alt, der hier einen Artikel dazu verfasst hat.

Update: Wie mir nun verbal mitgeteilt wurde, findet derzeit eine Konzentration des Vertriebes und Änderung der Vertriebsstruktur der Solarhybrid AG statt. Der Vertrieb soll ausschließlich über exklusive Fachhandelspartner stattfinden. Des Weiteren verzögert sich die Markteinführung des Thermogenerators auf Anfang 2009. Ein Vergleich mit Konkurrenten in der Solar-/Photovoltaik-Branche bzgl. Preisen kann sich des Öfteren übrigens auch lohnen. Preise der Anlagen von Solarhybrid AG kann man u.a. hier erfahren.

Atomkraft in Indien, Deutschland und USA

Also ich habe vor einigen Tagen mit Entsetzen von einer Bekannten, welche schon seit vielen Jahren als Deutsche in Indien lebt erfahren, dass Indien seine Atomkraft um das 5-fache ausbauen möchte. Ich konnte es erst gar nicht richtig glauben. Heute habe ich durch Zufall einen Artikel im Netz gefunden, der eben dies belegte. Laut Financial Times Deutschland vom 25.07.2005! möchte Indien mit Hilfe der USA seine Atomenergie-Nutzung bis 2020 sogar um das Sechsfache ausbauen!

Da frag ich mich doch wie sowas zusammen in eine Welt passt. Wir hier geben uns größte Mühe, die Atomkraft bis 2022 aus unserem Lande zu verbannen, und die Indier, bei denen ja aber auch dauernd Stromausfall ist (ist so, ich war dort und hab’s miterlebt), die scheinen gar nicht zu beachten, was in Deutschland diesbezüglich für eine Politik läuft.

Schaut man mal über den großen Teich, da ließt man übrigens auch dass McCain 45 neue Atomkraftwerke bauen will, Obama scheint da nicht ganz so extrem vorzuperschen obwohl er scheinbar auch Atomenergie als möglichen Weg sieht. Bin ja echt mal gespannt wie das da drüben ausgeht. Momentan haben sie etwa 100 Atomreaktoren und decken damit 20% ihres Stromverbrauchs in den USA ab, laut Süddeutsche Zeitung (19.6.08).