Hunger weltweit angestiegen – alle 6 Sekunden verhungert ein Kind

Dr. Jacques Diouf, General Direktor der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) ruf zur Teilnahme an einer Online-Petition auf, um für die hungernden dieser Welt ein Zeichen zu setzen:

Die Zahl der Hungernden hat derzeit einen Höchststand erreicht. Was ist wichtiger? Banken zu retten oder hungernde Menschen vor dem Tod? Hätte man das Geld für die großen Banken für Hungernde eingesetzt, so ließt man, dann wäre das Problem des Hungers dieser Welt gelöst.

Dr. Diouf fordert von den Industrienationen 44 Mrd. Dollar pro Jahr in die landwirtschaftliche Entwicklung der dritten Welt zu investieren. Soviel wurde dort bereits in den 80ern jährlich von den reichen Ländern investiert. Diese Hilfsgelder sind aber inzwischen zum Leid aller Armen der 3. Welt wieder auf ein Viertel davon reduziert worden.

Quellen:
- UNO: Die hungernde Milliarde, Paul Kreiner, Die Presse 16.11.2009.
- www.1billionhungry.org

Desertec – das Super-Stromnetz und das langersehnte Ende der Atomenergie

Hier möchte ich zur aktuellen politischen Diskussion Auszüge aus einem Vortrag einbringen, den ich am 29.09.2008 in Karlsruhe besuchen konnte. Der Referent war Dr. Gregor Czisch, ein Spezialist im Themenbereich Erneuerbare Energien, der. u.a. auch für die Bundesregierung beratend tätig ist. Seine Promotion „Szenarien zur zukünftigen Stromversorgung – Kostenoptimierte Variationen zur Versorgung Europas und seiner Nachbarn mit Strom aus erneuerbaren Energien“ baute der Diplomphysiker und Dr. der Ingenieurswissenschaften sukzessive zu einer Vortragsreihe aus, die er, neben zahlreichen Veröffentlichungen und seiner Forschungstätigkeit an der Universität Kassel, noch heute der Öffentlichkeit präsentiert.

Bevor ich zum äußerst interessanten Kern der Thesen von Dr. Czisch komme, möchte ich anlehnend an seinen Vortrag eine kurze Einführung in die Thematik Alternativer Energien geben.

Der Klimawandel

Klimamodelle errechnen bis 2070 einen Rückgang des Niederschlags von bis zu 50%, bei einem jährlichen Anstieg des CO2-Ausstoßes um 1%.

Anstieg CO2-Ausstoß
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
1,0% 3,8% 4,4% 5,2% 3,5% 2,1% 2,8%

In einigen Ländern rechnet man schon mit bis zu 50% weniger Ernteerträgen bis 2020.

Ca. 40 % der weltweiten CO2-Emissionen werden durch Stromerzeugung hervorgerufen [Quelle]. Kohlekraftwerke sind dabei am schlimmsten, sie alleine bringen es schon auf 30% der weltweiten CO2-Emissionen.

weltkugel

Biomasse

Das ökologisch und sozial verträgliche Biomasse-Potential wird auf 200.000 TWh/Jahr eingeschätzt, womit man den gesamten Strombedarf decken könnte. Eine Schwierigkeit ist hier allerdings auch neben der komplizierten politisch notwendigen Reglementierung der geringe Wirkungsgrad von ca. 30 %. [Quelle: DREIER, T. (2000): Ganzheitliche Systemanalyse und globale Potenzialanalyse biogener Kraftstoffe. Dissertation TU-München,  E&M Verlag.]

Photovoltaik

In Deutschland erntet man hiermit im Dezember nur 5% der Strommenge von der im Juli. Der beste Platz mit den höchsten „Ernteerträgen“ hierfür wäre der Himalaya.

Wasserkraft mit Schlüsselrolle

Dr. Czisch erklärt, dass eine rein regenerative Stromversorgung für Europa möglich ist. Einer der Schlüssel dazu ist die Wasserkraft. Diese lässt sich wiederrum aufteilen in

  • Speicherwasserkraftwerke
  • Laufwasserkraftwerke

Die Speicherwasserkraftwerke können von besonderer Bedeutung werden, wenn es um die Frage der Zwischenspeicherung von Energie geht. Da die Erzeugung von Solar- und Windenergie stärker schwanken kann, muss man solche Speichermöglichkeiten zwischenschalten.

Gregor Czisch errechnete eine Nennleistung von 96 Gigawatt in Europa, die durch Speicherwasserkraftwerke  zur Verfügung gestellt werden kann. Dies entspricht einer jährlichen Stromversorgung von ca. 275 TWh, was ca. der Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland entspricht [Quelle].
Weltweit sind 750 GW Nennleistung an Wasserkraftwerken zur jährlichen Stromerzeugung von 2500 TWh installiert. Das Potential der Wasserkraft liegt zudem noch weit darüber [vgl. Prof. Dr. Hans-Burkhard Horlacher: Globale Potenziale der Wasserkraft]. Gründe, warum bspw. auch die Weltbank Projekte in Afrika zur Förderung der Wasserkraft finanziert und sich derzeit weltweit Anlagen mit weiteren insgesamt 289 GW  in Planungsphase befinden.

Solarthermische Kraftwerke

Günstigster Standort hierfür sind die Wüsten. Allein die Sahara könnte hiermit 700 x den Strombedarf der EU decken. Unser derzeitiges weltweites Stromnetz ist aber nicht in der Lage, derartige Strommengen über mehrere Länder hinweg zu transportieren. Am besten geeignet hierfür ist eine Hochspannungsgleichstrom-Übertragung (HGÜ).

Und jetzt zur Kernaussage dieses Aufsatzes =>

Es erscheint wirtschaftlich für uns, in Mauretanien solarthermisch Strom zu erzeugen unter Nutzung neuer Möglichkeiten wie Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) und neuester Speichertechnologien.

weltherz

Windkraft

Auch die Windkraft (Schleßwig-Holstein kann seines 40% des Strombedarfs damit decken) kann gute Ausgleichsmöglichkeiten in einem international verbundenen Stromnetz schaffen. In Afrika gibt es mehr Wind im Sommer, in Europa gibt es mehr Wind im Winter. Ägypten ist dabei einer der besten Standorte für Windkraftanlagen.

Alternative Energien billiger als heutiger Strompreis

Herr Dr. Czisch stellte ein Modell auf, in welches heutige Technologien und Kosten einflossen. In seinem Szenario wurden keine fossilen Energieträger zur Stromerzeugung verwendet. Nach linearer Optimierung aller Faktoren landete er bei einer Stromerzeugung von 70% aus Windkraft. Zur Regelung der Schwankungen waren vorgesehen Biomasse mit hohem Wirkungsgrad, Wasserspeicher und etwas Solarenergie. Nach Berücksichtigung aller Transport- und Speicherungskosten und der Transportverluste kam er auf einen kWh-Preis von 4,6 Cent. Für die EU & Norwegen würde man damit auf Ausgaben von jährlich 1,1% des BIP kommen. Die heutigen Ausgaben dieser Region für Strom liegen bei über 2%.

Über die Frage, was die Entwicklungsperspektiven z.B. für Marokko sind, wenn es 10% des EU-Stromverbrauchs exportiert, kann man man sich noch mehr begeistern.

Es gibt allerdings auch einige Netzengpässe in den Netzen innerhalb Europas, weswegen auch hier der NEtzausbau notwendig ist. Am Ende könnten die Stromkosten aber unter den heutigen liegen und die Energiequellen zu 100% regenerativ.

Anfängliche Ablehnung der Energiekonzerne

Hr. Dr. Czisch berichtete, wie er über Jahre hinweg mit seinen Analysen und Berechnungen der alternativen Szenarien bei Einergiekonzernen vorstellig wurde, diese ihn aber teilweise ganz unverblümt die kalte Schulter zeigten.

So wie die EdF, die das für technisch machbar hielten, aber auf schwieriges politisches Tauziehen verwiesen. Die E.ON oder RWE, die eher an kurzfristigen Betrachtungsweisen, dem Bauen neuer Atomkraftwerke interessiert waren.

Hohe Eigenkapitalrendite der Energiekonzerne behindern zudem Wirtschaftlichkeit für den Stromabnehmer

Wir brauchen ein HGÜ-Supergrid zur Verbindung zwischen Nordafrika und der EU. Das Know-How hierfür wäre sehr einfach in der Energie-Industrie zu finden. Die notwendigen Investitionen hierfür sind aber zwiespältig zu beurteilen. Wenn man eine – oft übliche – Eingenkapitalrendite für die Investoren von z.B. 20% mit einkalkulieren muss, kann der Strompreis unterm Strich wieder teurer, und somit das ganze Projekt unwirtschaftlicher werden. Die Politik ist daher aufgerufen, Finanzierungsinstrumente zur Verfügung zu Stellen. Denn nur wenn der Staat ohne Renditeanspruch investiert, kommt Dr. Czisch auf die 4,6 Cent pro kWh.

Der Neffe des ermordeten John F. Kennedy, Robert F. Kennedy, Jr, und der ehem. Vizepräsident Al Gore plädieren übrigens beide für ein HGÜ („DC-Supergrid“) in den USA.

CO2-Ausstoß

Despoten, Korruption, Diktatoren in Afrika

Cover Africa Positive Ausgabe 32/09

Africa Positive Ausgabe 32/09

Die Chefredakteurin der Zeitschrift AFRICA POSITIVE Veye Tatah schreibt im Editorial des aktuellen Heftes, dass sich Ghana mit der Wahl des neuen Präsidenten Prof. Atta Mills weiterhin als eine gefestigte Demokratie beweist. Sie stuft Ghana als ein Vorbild für Westafrika ein, wo noch die meisten Despoten des Kontinents herrschen. Sie schreibt weiter, dass das Präsidentenamt in vielen afrikanischen Ländern als persönlicher Besitz eingestuft wird oder gar als monarchisches System. Oft werden Oppositionelle durch Verhaftung oder gar Ermordungen unterdrückt. Einige der Länder mit mangelhafter Demokratie und exzessiver Vetternwirtschaft führt sie auf:

  • Burkina Faso: seit 21 Jahren regiert Blaise Campaore
  • Guinea: bis letztes Jahr regierte Lassana Konte das Land 22 Jahre lang, seitdem herrscht das Militär
  • Uganda: seit 22 Jahren regiert Yoweri Museveni, auch seinem Sohn hat er wichtige Ämter übergeben
  • Kamerun: seit 26 Jahren regiert Paul Biya
  • Simbabwe: seit 26 Jahren ist Robert Mugabe an der Macht
  • Ägypten: seit 27 Jahren regiert Husni Mubarak, dass sein Sohn seine Nachfolge antritt, gilt als wahrscheinlich
  • Äquatorial Guinea: seit 29 Jahren regiert Obiang Nguema, fast alle seine Kinder sind Minister
  • Togo: 38 Jahre lang regierte Gnasingbé Eyadema, sein Sohn übernahm anschließend das Amt
  • Gabun: seit 41 Jahren regiert Omar Bongo, auch seine Kinder haben wichtige Positionen im Land übernommen

Tatah schildert himmelschreiende Korruption am Beispiel Kamerun, wo der Vorsitzende der Associacion for the Defence of Collective Interest (ACDIC) Bernard Njonga brutal geschlagen und misshandelt wurde, weil er öffentlich Korruption und Unterschlagung von Hilfsgeldern anprangerte. 1,83 Millionen Euro sollen beispielsweise vom dortigen Ministerium für Landwirtschaft unterschlagen worden sein. Auch 49 von 60 Traktoren aus Indien wurden angeblich von Ministern und Regierungsbeamten einbehalten, berichten andere Medien. Einem Bericht zufolge sind 92% aller NGO’s in Kamerun von hohen Regierungsbeamten gegründet worden, um auf diesem Weg Entwicklungsgelder unterschlagen zu können. Tatah schreibt, den Kamerunern kann nur noch geholfen werden, wenn die Geldflüsse an die Regierung sofort gestoppt und gezielt an kirchliche oder zivilgesellschaftliche Organisationen geleitet werden. Die afrikanischen Volkswirtschaften zu entwickeln sei eher durch billige Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen möglich, als durch Hilfs- und Projektgelder an die Regierungen.

Quelle: Africa Positive Nr. 32/09, S. 3, 11.

Let’s Make Money – Film über den Neoliberalen Kapitalismus und einen Economic Hit Man

„Der Film dokumentiert die Geldströme im globalen Finanzsystem und bezeugt die ungleiche Verteilung des Vermögens auf der Welt sowie innerhalb von Gesellschaften“ (Wikipedia).

Heute war ich im Kino in dem neuen Film Let’s Make Money von dem österreichischen Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer und ich muss sagen der Film hat mich wirklich schockiert. Einiges der hier überzeugend dargestellten globalen Ungerechtigkeiten war ich ja schon gewohnt durch mein Studium der Entwicklungspolitik und Literatur z.B. von Joseph Stiglitz. Jedoch hinterlassen die Zahlen und Buchstaben in schwarz-weiß auf den Folien in der Uni und in den Büchern doch einen etwas distanzierenderen Eindruck als die bildliche Darstellung der schweißgebadeten Stirn afrikanischer Jungen beim Baumwollpflücken oder die geschundenen Hände zierlicher Mädchen beim Arbeiten im Steinbruch in Indien, allesamt sicher nicht älter als 12 oder 13 Jahre. Oder die Babies die zwischen den Beinen der Mütter im Steinbruch sitzen müssen, während diese in der Hitze Granitbrocken zertrümmern um den Lebensunterhalt zu verdienen; die Leute in Burkina Faso die 50 Euro im Jahr(!) verdienen und auch nicht weniger arbeiten als wir hier. Ob sie wohl jemals einen Radio besitzen werden?? Oder die tausenden von leerstehenden Luxusimmobilien zwischen gespränkelten Golfplätzen an der Costa del Sol in Spanien, die nach der Immobilienkrise keine Abnehmer mehr finden und mich übrigens sehr an Dubai erinnerten.

Da verwundert es nicht, dass ein gebildeter Afrikaner sagt, man könne die Mauern zur Abschirmung Afrikas vom Westen 10 Meter hoch bauen und sie werden trotzdem alle in den Westen kommen, wenn es so weitergeht wie bisher. Wenn die ungerechten Subventionen der eigenen Ökonomien im Westen gang und gäbe sind, dies aber den Entwicklungsländern von den internationalen Finanzgebern wie Weltbank oder IWF unter Androhung von Kreditstreichungen verboten wird.
Ein Film den man meiner Meinung nach unbedingt gesehen haben muss und locker in die Klasse des Michael Moore-ebenbürtigen Aufklärungsjournalismus aufzunehmen ist.

Hier ein Let’s Make Money-Trailer von 2 Minuten:

Der wohl schockierendste Teil des Filmes ist die Beschreibung und das Interview des Economic Hit Man („Wirtschaftskillers“ oder “Knochenbrechers“) John Perkins. Perkins hatte angeblich im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes NSA die Regierungen von Entwicklungsländern in den Ruin gestürzt, um den USA leichteren Zugriff auf deren Rohstoffressourcen zu ermöglichen.

Hier ein 17-minütiges (englisches aber gut verständliches) Interview mit dem Economic Hit Man John Perkins von ALJazeera:

Aud einer Website des US State Department’s Bureau of International Information Programs (IIP) von 2006 wird John Perkins allerdings als Verschwörungstheoretiker dargestellt und seine Geschichte als „pure Fantasie“ abgewiesen.

Ob und in wie weit John Perkins wirklich die erwähnte Rolle für den US-Geheimdienst gespielt hat, kann ich leider momentan nicht ganz klar stellen. Fakt ist, dass er scheinbar inzwischen damit sehr häufig in der Öffentlichkeit auftritt und schon mehrere Bücher zum Thema verfasst hat:

- Bekanntester Bestseller: Bekenntnisse eines Economic Hit Man, 2005 (Leseprobe hier).
- Steven Hiatt (ed.): A Game as Old as Empire. The Secret World of Economic Hit Men and the Web of Global Corruption. Introduction by John Perkins, 2007 (Einleitung und erstes Kapitel hier als PDF kostenlos verfügbar).
- The Secret History of the American Empire: The Truth About Economic Hit Men, Jackals, and How to Change the World, 2008.
- Weltmacht ohne Skrupel: Die dunkle Seite der Globalisierung – Wie die USA systematisch Entwicklungsländer ausbeuten, 2007.

Der Geist des Geldes

Wem der Film Let’s Make Money gefällt, dürfte sich übrigens auch für den Film „Der Geist des Geldes“ von Yorick Niess interessieren, der meiner Meinung nach ebenfalls sehr empfehlenswert ist und worin u.a. Jean Ziegler, bis 2008 Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung, zu Wort kommt.

231 Millionen Prozent Inflation und einen 100 Milliarden Dollar Schein in Simbabwe

Die Menschen hungern und der Regierungschef und Diktator Robert Mugabe lässt unbekümmert die Notenpresse sausen.

Wie schlecht es Leuten in anderen Ländern ergeht, kann man oft nur erahnen. Hier ist ein Artikel zur derzeitigen Lage in Simbabwe: Leben mit Millioneninflation, FTD 14.10.08.

Äthiopien unterzeichnet Vertrag für den größten Windpark im subsaharischen Afrika

Der Auftrag über 210 Millionen Euro wurde am 9. Oktober 2008 von dem Ethiopian Electric Power Corporation (EEPC) unterzeichnet und geht an den französischen Windturbinenhersteller Vergnet.

Nach 2,5 Jahren soll der Windpark 120 Megawatt durch 120 Turbinen mit jew. einem Megawatt Leistung poduzieren.

Da in Äthiopien die Energie für das Stromnetz hauptsächlich aus Wasserkraft erzeugt wird (derzeit zu 98%), unterliegt die Energieversorgung besonders in Dürreperioden starken Schwankungen. Auch die derzeitige Dürre verursacht sehr häufige Stromausfälle.
Der neue Windpark wird daher helfen können, diese Schwankungen in der Versorgung zu verringern.

Mit der Projektvollendung wird laut Meheret Debebe, Vorsitzender des EEPC, die äthiopische Energieversorung um weitere ca. 15% der derzeitigen Leistung ansteigen.

Das EEPC versorgt 1.4 Millionen Kunden mit Strom und hat insgesamt 814 Megawatt Energieerzeugungskapazität.

45 Millionen Euro für den Windpark wird von der vom französischen Staat getragenen Entwicklungs-Agentur AFD gestellt, welche 2/3 ihrer Mittel für Afrika investiert und u.a. die Verfolgung der Millenium Development Goals zum Ziel hat.

Quellen: Environmental News Network ENN, Greentech Media (Autor: Ucilia Wang), Wikipedia: AFD.

Desertifikation – Der Mensch beherrscht die Erde

Der Mensch ist das einzige Tier, das Wasser mehrere tausend Kilometer weit transportieren und dann verteilen kann. Der Mensch beherrscht die Erde, was unbedingt konstruktiv genutzt werden muss.


China

Dass wir sehr auf unseren Planeten aufpassen müssen ist ja nichts Neues. Dass die Desertifikation nicht nur, aber besonders auch in China enorm vorangeschritten ist, wissen sicher auch schon Viele. Dass das derzeitige chinesische Wirtschaftswunder zu einem sehr großen Teil auf Kosten der Umwelt geht ist auch bekannt. Laut WWF ist ein Drittel Chinas mit Sand bedeckt und China emittiert inzwischen mehr CO² als die USA. Es gibt aber auch in China Menschen, die gegen die voranschreitende Desertifikation Bäume pflanzen.

Als Teil des nationalen Programms zur Rettung der Umwelt muss irgendwann in seinem Leben jeder Chinese Bäume setzten. Dieses ambitionierteste Projekt des chinesischen Staats wird die Grüne Chinesische Mauer genannt. Ein Schutzwall aus Wäldern gegen die Wüste wurde hierfür die letzten 20 Jahre durch 14 Provinzen Nordchinas gepflanzt und somit Millionen von Hektar wieder begrünt.
Das seit 1978 laufende Programm wird von vielen Nationen, u.a. auch Deutschland, unterstützt.

Bestimmte Pflanzen haben sich als besonders widerstandsfähig gegen das rauhe Wüstenklima gezeigt und als nützlich gegen die Sandstürme und fortschreitende Desertifikation bewährt. Weide, Akazie, chinesische Kiefer und eine Zypressenart sind Spezialisten, die Sand, Kälte und Dürre ertragen und nicht so sehr von Kaninchen und Ziegen angefressen werden. Luzerne wird wegen ihrer stickstoffbindenden Wirkung als Gründüngung dazwischen gesät, wovon sich wieder andere Pflanzen und Gräser ernähren können.

Trotz der Bemühungen für Chinas Grüne Mauer hat die Häufigkeit der Sandstürme in Beijing seit den 1950ern um das 15-fache zugenommen.

Vorbild Afrika -
Das Green Belt Movement – Grüner Gürtel in Afrika

Wie schaut es aus in Afrika?
Die kenianische Professorin Wangari Maathai erhielt 2004 den Friedensnobelpreis als erste afrikanische Frau, nach dem sie bereits 1984 mit den Alternativen Nobelpreis für die Gründung der Bewegung Green Belt Movement im Jahr 1977 ausgezeichnet wurde.

Wangari Maathai

Wangari Maathai, Umweltaktivistin, Nobelpreisträgerin und stellvertretende Ministerin für Umweltschutz in Kenia

„Was mich betrifft, so werde ich weiter Bäume pflanzen, insbesondere einheimische Arten, und wo möglich, werde ich Ideen pflanzen.“ (Dankesrede anläßlich der Verleihung des Petra-Kelly-Preises der Heinrich-Böll-Stiftung, 30. April 2004, boell.de).

Durch ihr Aufforstungsprojekt Green Belt Movement wurden mittlerweile alleine in Kenia 6000 Baumschulen gegründet und 30 Millionen Bäume zum Schutz vor Erosion und Sicherungen der Lebensgrundlagen der Bevölkerung gepflanzt. Training und Knowhow-Sharing führten bereits in 15 weiteren zentral- und ostafrikanischen Ländern zur Gründung von Baumpflanz-Initiativen.
„Mama Miti” (Kisuaheli für „Mutter der Bäume“) wie Maathai auch genannt wird, wurde in den 90ern mehrmals inhaftiert und misshandelt da sie sich durch Ihr Engagement für Umweltschutz und Frauenrechte oft in Opposition zum damaligen kenianischen Staatschef Daniel arap Moi befand. 2002 ernannte der neue kenianische Staatspräsident Mwai Kibaki die mittlerweile ins Parlament eingezogene Maathai zur stellvertretenden Ministerin für Umweltschutz in Kenia. So wird ihr nachgesagt, die erste „grüne“ Politikerin in einer afrikanischen Regierung gewesen zu sein.

Maathai ist u.a. auch Mitglied des Club of Rome. Die Website Ihrer Organisation Green Belt Movement ist hier zu finden.

(weitere Quellen: Wikipedia: Wangari Maathai; Spiegel Online; Wüsten im Vormarsch, Dokumentation von Klaus Feichtenberger & Ingo Herbst, D 2007. )